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„Ich weiss nicht genau wie es geht, aber ich versuchs mal“

Das Twitter ist offenbar gerade ein wenig temporär kapott, und ich kann es nicht twittern. Schau ich eben mal auf Fratzenfibel und tatsächlich: ganz viele Menschen sind wie ich heute nicht arbeitstätig und posten stattdessen ganz viele Meldungen bezüglich der Zwitscher-Outage. Scrolle bisschen runter und ärgere mich schon wieder über den merkwürdigen Facebook-Anzeige-Algorithmus (Ich weiss, die meinen es ja nur gut.) und denke ausserdem ans gestrige Fernsehinterview des Hamburgers Social Media Fritzen. Der meinte ganz passend zum Thema Twitter sei für ihn mehr oder weniger durch, the winner is Facebook. Oh nee.

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Nico Lumma im Lügenpresse-Interview

Beim Thema blogs und feed reader Nostalgie bin ich hingegen ganz bei ihm. Google Reader. Das abendliche Abgrasen der wenigen Lieblingsfeeds. Das war noch übersichtlich und zeitlich machbar. Heute habe ich eine tiny tiny rss Installation auf dem persönlichen Interwebs Node, aber nun ja – wenn ich da alle paar Tage mal halbherzig reinschaue, war’s das schon. (Ich frage jetzt nicht, wie ihr das mit RSS anno 2016 handlet – darauf könnta mal schön allein kommen und es mir mitteilen.)

Twitter, mach watt!

PS: Titel of the Beitrag „Ich weiss nicht genau wie es geht, aber ich versuchs mal“ – @nico auf die Frage, was ihn in Berkeley besonders beeindruckt habe: der Gründergeist der amerikanischen Kommilitionen.

App.net so: „Schickt mehr Geld!“ (quasi)

Wissta noch? Der wilde App.net AKA ADN AKA #adn Hype anno 2012? Ich hatte mich lange gegen „das bessere Twitter“ (jahaaa, ich weiss) gewehrt, liess mich dann vom #zimmerkontrolle Blockwart schlussendlich doch noch bequatschen. Fix bisschen Euro für das Jahresabo ins Internetz reinüberwiesen, hyppsches Headerbildchen reingepatscht, fertig. So wurde ich einer dieser Gutmenschen, die fortan durch ihre Filterblase schlenderten und unentwegt die Kunde von der einzig wahren Plattform spreadeten. Denke, die finale Conclusio hebe ich mir noch auf. 

App.net logo
By App.net (App.net – Developer Assets) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Jedenfalls aufpoppte da nun ein aufschlussreicher Post drüben im App.net Company Blog mit der Erkenntnis, dass es im Abo-Kontext viiiiiiel besser aussehen könnte oder sollte oder müsste: 

„The good news is that the renewal rate was high enough for App.net to be profitable and self-sustaining on a forward basis. (…) The bad news is that the renewal rate was not high enough for us to have sufficient budget for full-time employees.“

Die eingezogenen Club-Beiträge lassen die Plattform also auch weiterhin rennen, für Extra-Wurschis wie Vollzeit-Byteschubser schaut es allerdings düster. Die Co-Funder schliessen mit believe:

„We continue to believe in the usefulness of a sustainable social platform where users and developers are customers, and not the product being sold to advertisers. If this were a company without a clear business model, App.net would have disappeared long ago.“

Wie schaut’s bei euch? Habt ihr auch permanent schlechten Schlaf wegen dieses latenten Pressures parallel 1:n‚en zu müssen und IFTTT doppelt zu managen? Vom Gerangel von Netbot und Tweetbot auf dem PoserPhone-Desktop mal ganz zu schweigen. 

(Eigentlich mag ich die App.net Idee mittlerweile ja richtig doll, es fühlt sich eben alles gut an. Allein: die Menschen. Die wollen Twittern und sich nicht die Birne um ein nachhaltiges Alternativ-Modell machen. Ich kann sie verstehen.)