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Nachtrag: Tag der Republik

Ich hatte mir in der üblichen Content-Bereitstellungs-Hektik alles schon so schön ausgemalt: das Foto zum Event raussuchen, albernen Text darunter-HTML-en und fertsch ist der Internetz-Tagebuch-Eintrag zum 64. Geburtstag der Republik. Denkste! Foto nicht gefunden! Tüpisches 404-Situations-Setup: gefühlt täglich fällt dir der #shice Krempel in die Hände (immer in Sorge, dass die Chefin nichts davon wegschmeisst) – nur on urgent delivery demand kannste es selbstredend vergessen. Auch zehn Messi-Kisten später. Selbstbildnis als Ego-Heulkrampf. Aber ich habe immerhin diese hyppsche Ersatz-Devotionalie gefunden:

Denn eigentlich wollte ich kurz ins Internetz hineinfixieren, wie ich damals – tja, nun wäre view access auf das Foto praktisch – im Klassenverband den 7. Oktober 1989 erlebt hatte: „Wir fahren nach Berlin!“ Ach. Jawohl, denn das moderne Jubelpersertum ist keinesfalls eine Erfindung der Junge Union – nein, das hatten wir Ossis damals schon sehr gut drauf. Tag der Republik AKA Nationalfeiertag der DDR – in meiner Erinnerung grundsätzlich ein nerviges Ereignis, denn die zentrale Ausgabe von Winkelementen drohte bei solchen Festivitäten. Als heranwachsende lässige sozialistische Persönlichkeit fand ich in meiner Bubble nicht viel ätzend, diesen Winkelemente-Scheiss aber sehr wohl. Ich erinnere mich an eine andere, so called Kampfdemonstration der Arbeiterklasse (Klingt doch toll, oder?) in der Bezirkshauptstadt Potsdam, bei der sich die Kinder vom Vater-Kollegen um den Kram regelrecht rissen. Noch ein Selbstbildnis – diesmal als schnallste-echt-nicht. (#yrre, wie man sich im hohen Alter doch noch an manche Sachen recht gut erinnert.)

Aber zurück zum Marschbefehl nach Berlin: Gorbi kommt zum Gratulieren und Mahnen nach Hauptstadt der DDR, und unsere Schule fährt zum Jubelpersern hin. Becoz of my Beirette-Reflex an diesem Tag meine Praktica MTL 5 B neben die Stulli-Büchse inne Mappe gestopft und los. Mit dem „Sputnik“ aussen herum, denn mitten durch ging ja nicht – fragt @horax.

Ankimme in Berlin Schönefeld. Neuer Bahnhof – die real existierende Zweckarchitektur ist bis heute noch nicht zu übersehen. Auf der anderen Strassenseite fetter Intershop mit den Ausmassen einer Kaufhalle. Berlin eben. Hinüberschlendern Richtung Flughafen. Dort, wo sich die alten Backsteingebäude befinden, fragt @betonmischa. Warten, warten, warten.

Endlich: der Konvoi. Ich in guter ORWO-Position. Aber dann: Der UberTschaika (Mmh, oder war es ein Volvo?) rauscht heran und ich ahne bereits „Mist, der Gorbatschow sitzt auf der falschen Seite!“ Egal, Sonne lacht, Blende acht, klick! In diesem Moment entstand mein ganz persönliches 40-Jahre-DDR-Foto: der Staatsratsvorsitzende durch das runtergekurbelte Panzerglas-Fensterchen uns zukünftigen Jammerossis zuwinkend.

Der Rest ist bekannt: Elf 99, Schabowski, erster Trip nach Westberlin, bunte Volkskammer, DSU-Freaks (so ne Art AfD), Urlaub in Dänemark (!), etc. … und irgendwann fand ich mein nicht-Gorbatschow-Foto gar nicht mehr so schlimm. Ich hatte Erich Honecker abgelichtet. Als sein und mein Arbeiter- und Bauernstaat bereits im Abkacken begriffen war. Das Foto. Der Moment. Faszinierend. Bis heute.

PS: Das Foto wird bei 200 nachgereicht.

Flugplatzfest Gatow 2013

https://www.youtube.com/watch?v=5NTKsn4piWQ

Gatow! Ich war endlich in Gatow! Warum ich so drauf herumreite: gut zwei Dekaden sind seit der Konterrevolution vergangen, und als someone mit #luftkraft Vollmeise hatte ich es bisher tatsächlich noch nicht auf die Reihe bekommen, diese Lokation auszutschekken. Bis dato. Wie schon neulich wieder ein Tipp vonna Keule, bedankt.

Hinkimme: Google vertraut und via Stadtautobahn hingeheizt hingeschlichen. Gatow ist da, wo fast schon wieder Potsdam anfängt. Kein weisser Fleck auf meiner Landkarte, nur eben bisher ohne Ahnung, dass sich dort in dieser Ecke das Gatow Airfield verbirgt. Die Welt issn Dorf, und Berlin sowieso. Bisschen Rumcruisen durch die frisch etablierte Eigenheimsiedlung (so Menschen mit BRD- und Ferrari-Fahnen im Vorgarten und so!), dann da.

Korrekt stramme Einweisung durch echte Bundeswehr-Tüpen. Kurz nach Mittag, und der Parkacker schon gut mit Wohlstandsblech gefüllt. Weil ich das Bildmaterial noch fixen muss – der überwiegende Teil der Bild-Dokumente ist unübersehbar schief! #einsoelf #rage #kotz – sei der Rest des Kulturprogramms und der gewonnenen Eindrücke in ul und li Codierung festgehalten:

  • Flugplatzfest fietschering flying display via diverse Abflüge, Highligt: An-2 (D-FOND)
  • „Die Bratwurscht brauch noch bisschen!“ – ich hatte Bockwurscht und Radler, bevor es auf der Wieso verkippt wurde. 
  • ganz viel Starfighter vor Ort: 3x Strauss-Schrott 
  • Zuckerwatte, Glücksrad drehen, Schlüsselbänder für alle! 
  • Hawker Hunter – die kenn‘ ich schon seit Lütten-Klein! /cc @moosblogger
  • Ich kam, um rumzumaulen. Nein, denn: ausreichend LSK/LV Hardware vorgefunden – und zwei schöne Mi-24 auch!
  • Was sollte das Werbezelt vom BwFuhrparkService? Versteckte Kamera oder so? 
  • Zustand der Freiluft-Exponate: Ohje! Bisschen Farbe und paar Schrauben anziehen, dann schaut’s vielleicht wieder hyppscher aus.

So, durch? Sachen für die Schule müssen wa tschekken und gebadet werden muss auch noch. Ihr kennt das. Gatow! Ich hatte mir das Freiluft-Gehege bisschen grösser vorgestellt. Wobei allerdings gesagt werden muss, dass es in den Hallen noch ordentlich Ausstellungszeug zu sehen gibt! #rtm War trotzdem sehr OKee, endlich mal da gewesen zu sein – so wie der Eisenhower auch schon:

Naja, und wenn Airspotting in der Wochenend-Ausflug-Wundertüte ist, freut sich der Moellus immer.

Gatow, tschekk.

  • http://www.luftwaffenmuseum.com/
  • USA-Tüpen Bildchen /via Wikimedia